Deadmau5 – For Lack Of A Better Name

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Himmel, Arsch und Zwirn. Joel Zimmerman aka Deadmau5 legt mit seinem neuen Album „For Lack Of A Better Name“ schon eine erstaunliche Partyplatte vor. Die gesammelten Tracks, ob nun wieder verwertet oder neu, fallen zwar insbesondere in der ersten Hälfte in das inzwischen bekannte House-Electro-Rave-Muster der späten 00er Jahre, aber irgendwie … besitzen sie eine solch einfache Eingängigkeit, dass Widerstand zwecklos erscheint.

Kein bisschen subtil graben sich die Stücke sofort aggressiv durch den Gehörgang und besetzen das Gehirn. Weshalb nur? Die Bässe knallen an den richtigen Stellen – aber das schaffen die Kollegen genauso –, die simplen Melodien steigern sich ins Hymnenhafte – allerdings machten das Daft Punk auch schon äußerst effektiv – und wenn in „Hi Friends!“ die Effekthascherei ein wenig an Mr Oizo erinnert … dann hat eben jener in jedem Fall schon vorgelegt. Also wieso trifft Deadmau5 so mitten ins Schwarze? Keine Ahnung.

Das erste Drittel des Albums vom eröffnenden „FML“ bis eben „Hi Friends!“ taugt ohne Abstriche als Untermalung beliebiger Technik-Werbespots. Mit eher simplen Mitteln würde so eine zukunftsgewandte Aura verliehen, würde durch die Eingängigkeit der Musik dem Hörer das Wiedererkennen erleichtert und unter Umgehung der Vernunft suggeriert, er bedürfe sofort dieses Autos, Media-Players, Fernsehers, Laptops oder Telefons.

Von „Bot“ bis „Soma“ zeigt Zimmerman, dass er ein Meister vieler Genres ist. In minimalem Gleichklang zaubert er housige Klang-Teppiche hin, in deren Tiefe sich der Hörer hypnotisiert tanzend verliert. Während „Bot“ und „Word Problems“ dabei noch leicht basslastig, ravend daherkommen, wirft „Soma“ den Hörer – dem Titel entsprechend – zwischen minimaler Tanzbarkeit und ambienten Traumklängen ganz auf seinen Körper zurück. Stilistisch anders als die Albumeröffnung trifft die Umschreibung als Ohrwurm, als massentauglich und zugänglich auch auf diese Nummern zu.

Der Titeltrack und die abschließenden Epen „The 16th Hour“ sowie „Strobe“ verbinden dann das Housige und Ravende mit dem Deeperen und Minimaleren zu fast trancigem Pop-Electro für „The Dome“ und „Bravo Hits“, und es stört kein Stück. „For Lack Of A Better Name“ ist tatsächlich das perfekte Album, um ohne das kleinste bisschen Anspruch eine verdammt gute, eine exzessive und ekstatische Party zu feiern. Ich geh jetzt erst einmal wieder tanzen.

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