Soulsavers – Broken

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Es soll Menschen geben, die sind verloren, wenn sie Mark Lanegan singen hören. Wenn dessen Gesang dann auf solch kongeniale Musik trifft wie die der Soulsavers Rich Machin und Ian Glover, steht einer wohlwollenden Aufnahme deren neuen Albums „Broken“ nichts im Wege. Unterstützung kommt zudem von Mike Patton, Jason Pierce, Richard Hawley und anderen.

„Broken“ präsentiert sich in mal luftiger, mal drückender Dunkelheit. Vordergründig heller scheinen ausschließlich die beiden orchestralen Inszenierungen „The Seventh Proof“ und „Wise Blood“, die jedoch ebenfalls eher in tiefgründigen, Clint Mansell’schen Soundtrack-Gefilden spielen. Insbesondere „Wise Blood“ versinkt im Ozean der Emotionen und lässt den Hörer nur schwer wieder emporsteigen. Dem Düsteren, das allein von Lanegans Stimme schon verbreitet wird, könnte eine der weiteren Beitragenden möglicherweise etwas entgegensetzen: aber auch Rosa Agostino singt lieber von wounds that never heal („By My Side“) und ihr träger, drückend schwerer Gesang hinterlässt Risse in unserer Seele. Insbesondere im verschleppt jazzigen „Rolling Sky“ glänzt sie, wenn ihr Gesang im Wechselspiel mit Lanegan subtil bedrohlich in Szene gesetzt wird. Nahezu zerbrechlich erklingen auf „Broken“ nur die Kooperation mit Jason Pierce „Pharoah’s Chariot“ beziehungsweise die mit Will Oldham „You Will Miss Me When I Burn“, das die spirituelle, die Gospel-Herangehensweise belegt, die sich bei den Soulsavers noch hinter dem lärmendsten Arrangement verbirgt. Diese war es sicher auch, die Machin und Lanegan veranlasste, Gene-Clarks „Some Misunderstanding“ zu covern und hier in luftig-dunkler Pracht zu präsentieren. Ganz offen als Gospel tritt im ruhigen Mittelteil des Albums „All The Way Down“ auf.

Den anderen, den drückend rockenden Grundcharakter von „Broken“ belegt zu Beginn gleich „Death Bells“. Rumpelnd erklingen nicht nur Lanegan und Butthole Surfer Gibby Haynes, vor allem die Gitarren koppeln rück, poltern und klingen wie durch eine Wand aus Watte. Rhythmisch monoton trabt dagegen „Unbalanced Pieces“ durch die Strophe, bevor im Refrain pure Schönheit aufbricht. So prachtvoll präsentiert sich zudem das Bar-Jazz und Gospel verbindende „Can’t Catch The Train“. Dessen luftige Düsternis spiegelt das Americana-angehauchte „Shadows Fall“.

Die Kooperation von Lanegan und den Soulsavers offenbart sich auf „Broken“ erneut als äußerst fruchtbar. Ihr entspringt eine träumerische, eine seelenvolle, eine erdende Platte. „Broken“ ist kein großes Album, vielmehr ist es ein wichtiges kleines.

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