La Roux – La Roux

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Hits, Hits, Hits. Das ist die einfachste Umschreibung des selbstbetitelten La-Roux-Debtalbums. Allerdings sagen Hits wenig ber die Qualitt eines Werks. Auch James Blunt, die Black Eyed Peas oder Dieter Bohlen produzieren einen Hit nach zwei anderen. In Gnze mgen muss oder kann der Hrer deren Alben dennoch nicht. Dessen ungeachtet ist der hier schreibende Hrer bereit, La Roux als grandioses Hit-Album zu beschreiben.

Sicherlich: Elly Jacksons Stimme erreicht mehr als einmal nervenaufreibende, latent schrge Falsettlagen. Natrlich ist hier wenig neu. Die Arrangements sind herkmmlicher Synthesizer-Electro-Pop, die Lyrics geben sich keine Mhe, mehr als (intelligente) Beziehungs-Lieder zu sein, und den durchschnittlichen Beat des Albums hrten wir im Grunde auch beim Hype 2008 namens The Ting Tings. Nichtsdestotrotz kann ohne Skrupel in den Chor eingestimmt werden, der das Debt von La Roux als Krnung des zeitgemen Synthie-Pops bezeichnet.

Vorneweg gilt dies natrlich fr In For The Kill, jenen Track, der auch ohne Skreams Nachbearbeitung einfach perfekt erscheint: vorwrts treibender Beat, eine eher reduzierte Synthie-Melodie und Elly Jacksons zwischen energisch, hysterisch und einfach nur faszinierend pendelnder Gesang. Hinzu kommt als weitere perfekte Pop-Hymne Bulletproof: einerseits Kaugummi-Pop, andererseits expressiv bis pathetisch und mitreiend auf die Tanzflche zielend. Nicht vergessen darf selbstverstndlich die auf Kitsun Music erschienene Debt-Single Quicksand, die bereits erstaunt fragen lie, wie ein solch einfaches Konstrukt, so begeistern kann.

So geht es weiter: mal schneller, mal langsamer, mal aggressiv, mal sanft, meist zum Tanzen auffordernd, manchmal einfach vertrumt. Auch Reflections Are Protection kann bereits bekannt sein und berzeugt haben als eine der zurckgelehnten Nummern. Zudem erfllen das dramatische Tigerlily, das wunderbar simple Im Not Your Toy und das schwlstige Cover My Eyes alles, was die Vorabstcke versprechen. Gleiches gilt fr das die grte Reife verstrmende Arrangement Armour Love.

Sicherlich ist es nicht angebracht, den Tracks mangelnde Vielfalt vorzuhalten, gleichwohl kann sich im Ganzen gewnscht werden, vorhandene Variationen des beatorientierten Synthie-Pop-Rezepts seien hufiger oder weiter ausgedehnt worden. So sehr der Grundaufbau aus Beat, Synthie-Melodie und Elly Jacksons nahezu omniprsentem Gesang berzeugt, so selten wird er grundlegend von Jackson und ihrem Mitstreiter Ben Langmaid durchbrochen. Mnnliche Vocals kommen ein einziges Mal in Tigerlily vor und lngere Instrumentalpassagen beschrnken sich auf wenige kurze Breaks.

Dessen ungeachtet erscheint es fraglich, ob ein Knstler La Roux den Titel des Pop-Debts 2009, ob ein Album ihnen den Titel Pop-Album 2009 streitig machen kann. Ob allerdings La Roux ein ebenso berzeugender Zweitling gelingen kann? Einige neue Kreativitt wird es kosten. Solche Zukunftsmusik ist allerdings absolut uninteressant, so lange das Debt so begeistern kann, wie es das tut: schmerzend und kraftvoll, begeisternd, spannend und ergreifend, einfach ein unglaublich gelungenes Stck Pop aus unverwechselbar ausdrucksvollem Gesang, tanzbaren Beats und hymnischen Melodien.

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