DOOM – Born Like This.

am

„Who Watches The Watchmen?“ Die Bösewichte natürlich. Wenn auch nur, um sie als homosexuell zu denunzieren. Der größte aller Gauner, der Supervillain namens (MF) DOOM tut auf seinem neuen Album „Born Like This.“ auch dies, glücklicherweise aber noch eine Menge mehr.

Homophobe Einstellungen sind so unzeitgemäß und doch so präsent, dass allein Daniel Dumiles aka The Metal Fingered Villains aka DOOMs Superhelden-Diss „Batty Boyz“ dem Album einen negativen Beigeschmack hinzufügt. DOOMs Talent an Mikrofon wie in der Produktion lassen dies aber weitgehend vergessen. Gast-Auftritte von Raekwon, Prince Paul und anderen sowie Gast-Produktionen von J. Dilla, Madlib und Jake-One tragen weiter zum Gelingen bei. Die Homophobie besagten Stücks wird zudem durch einen in Embryonalstellung dargestellten DOOM auf der Plattenhülle partiell ironisch gebrochen.

Samplelastig und in düsteren Braunklängen gehalten überzeugt „Born Like This.“ Als typisches, atmosphärisch intensives, alternatives HipHop-Album. In dieser Eigenschaft erscheint das Album sehr homogen, die Tracks variieren eher subtil. Apokalyptisch intensiv verströmen die Stücke vielfach den Charakter eines Hörspiel-Musicals. Vokalsamples erzeugen diesen Eindruck, nahtlose Übergänge und kurze Spielzeit der meisten Nummern verstärken ihn.

Selbst wenn DOOMs Produktionen Dilla und Madlib kaum nachstehen, sind letztere doch die Höhepunkte des Albums. Dillas „Gazzillion Ear“ inklusive Giorgio-Moroder-Sample begründet gleich zu Beginn die gebremste, vorsichtige Stimmung, und sein „Lightworks“ ist die faszinierendste Produktion des Albums voller, den Gehörsinn verwirrender Effekte. Die ganze Aufmerksamkeit des Hörers fordert ebenso Madlibs „Absolutely“. Die von Vokalsamples erzählte Geschichte und DOOMs Raps wollen nachvollzogen werden. „Absolute Power corrupts absolutely.

Dass er und „Helfer“ Mr Chop in die gleiche Liga wie Dilla und Madlib gehören, zeigt DOOM in „Cellz“. Charles Bukowskis Rezitation seines Gedichts „Dinosoria, We“ schafft ein einzigartiges Fundament. Spätestens in diesem Stück wird klar, dass HipHop, auch und insbesondere der alternativen Villain-Variation, selbst 2009 funktioniert, zumindest, wenn er die Qualität von „Born Like This.“ erreicht.

Advertisements