Holger Zilske – Holz

Die gesteigerte Aufmerksamkeit der so genannten Gitarrenfraktion für elektronische Musik und selbst für House und Techno sorgte für überraschende Erfolge entsprechender Künstler in den letzten Jahren. Gui Boratto, The Field oder Pantha Du Prince lösten tiefe Begeisterung in eigentlich electrophoben Kreisen aus. Die entsprechende Reizübertragung funktioniert zumeist nach dem Prinzip, dass zunächst die Webseite von…

Moderat – Moderat

Die Ankündigung eines neuen Apparat-Albums hätte nach „Walls“ für leuchtende Augen gesorgt, und spätestens seit ihrer Support-Tätigkeit für Radiohead wäre im Falle eines neuen Modeselektor-Albums auch den beiden Modeselektoren Gernot Bronsert und Sebastian Szary noch mehr Aufmerkeit sicher gewesen als bei „Happy Birthday!“. Die Kooperation der beiden mit Sascha „Apparat“ Ring jedoch schraubte die Erwartungen…

Das Bierbeben – Das Bierbeben

Mit der Single „Die Birne Ist Reif“ trat 2001 Das Bierbeben auf den Platz der deutschen Musik. Die „Hobbyband“ von Tocotronics Jan Müller besteht im Jahr 2009 und drei Alben später aus Müller, Rasmus Engler, Alexander Tsitsigias und becirct durch Julia Wiltons selbst im aggressivsten Duktus noch zuckrig-süßen Gesang. Thies Mynther ist als Produzent weiterhin…

The Black Dog – Further Vexations

Techno und elektronische Musik an sich sind – abgesehen vielleicht von einigen Ausreißern im Electropunk – nicht gerade bekannt für eine politische Botschaft. The Black Dog möchten mit ihrem Album „Further Vexations“ auf – nicht nur im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus aufkommende – übermäßige Sicherheitsmaßnahmen und „weitere Ärgernisse“ aufmerksam machen. In einem vornehmlich…

Bodycode – Immune

Es fühlt sich seltsam an, ein Album, das auf Ghostly International, genauer Spectral Sound erscheint, nicht zu mögen. Tatsächlich fließt „Immune“, das neue Album von Alan Abrahams als Bodycode, ganz angenehm an einem vorbei. Einfache und unbeschwerte Hintergrundmusik. Aber das ist nicht das, was versprochen wird, oder besser, was erwartet wird.

Nero’s Day At Disneyland – From Rotting Fantasylands

Kurzer Blick auf das Cover. Aha: Cockrockdisco ist das veröffentlichende Label. Das erklärt einiges. Oder es sagt zumindest schon, was vom Album „From Rotting Fantasylands“ des Künstlers Brock Bousfield aka Nero’s Day At Disneyland erwartet werden kann oder muss. Natürlich enttäuscht uns die Platte nicht. Auch wenn das Label von Jason Forrest gegründet wurde, um…

Underworld Vs. the Misterons – Athens

Wer schon immer ein Mixtape von Underworld haben wollte, der wird jetzt von Karl Hyde und Rick Smith zufrieden gestellt. Unterstützt von ihren Mitstreitern Darren Price und Steven Hall (zusammengefasst: The Misterons) bieten sie eine Compilation, die insgesamt nicht hochklassig ist, die aber als Mixtape rundum überzeugt. Dies gilt vor allem, weil die Musiker ihrer…

Safi – Kalt

Wird einem Künstler, einer Künstlerin, einem „Act“ das Attribut „Neue Deutsche Härte“ angehängt, ist gesundes Misstrauen Bürgerpflicht, klingt das doch nach einer Viva-tauglichen Vermischung der Zutaten Nu Metal, Skatepunk und industriell angehauchter Pop. Tatsächlich fasst letztere Zutat einen gehörigen Anteil des Safi-Klangs, glücklicherweise fehlt aber der Rest. Auch die vom Label – Alfred Hilsbergs ZickZack…

DOOM – Born Like This.

„Who Watches The Watchmen?“ Die Bösewichte natürlich. Wenn auch nur, um sie als homosexuell zu denunzieren. Der größte aller Gauner, der Supervillain namens (MF) DOOM tut auf seinem neuen Album „Born Like This.“ auch dies, glücklicherweise aber noch eine Menge mehr.

Tiga – Ciao!

Hits, Hits, Hits. Schon die Eröffnung zu Tigas Album „Ciao!“ namens „Beep-Beep-Beep“ stürzt den Hörer tief hinein in eine verschwitzte Electropop-Nacht voller Ekstase und körperlicher Erschöpfung. Das Album startet direkt in die Vollen und verfolgt von dort aus einen klar definierten Spannungsbogen. Einer Steigerung bis „What You Need“ folgt die routinierte Konservierung des flüchtigen Glücks…

Hell – Teufelswerk

Die Wortspiele gehen einem kaum aus, wenn Helmut Geier aka Hell sein viertes Album „Teufelswerk“ benennt. Allein der Name „Teufelswerk“ spielt bereits mit der Möglichkeit, mit dem Doppelalbum ein von Mephisto abgesegnetes Meisterwerk zu präsentieren. Tatsächlich lässt sich kaum abstreiten, dass insbesondere die als „Night“ bezeichnete erste Albumhälfte den ein’ oder anderen Höllenhit beinhaltet.

Pupkulies & Rebecca – Burning Boats

Gibt es eigentlich das Genre Folktronics? Falls nicht, ließe es sich für Pupkulies & Rebeccas neues Album „Burning Boats“ erfinden. Allerdings liegen möglicherweise Folk und Indie heute so nah beieinander, dass die allgegenwärtigen Indietronics als Bezeichnung genügen. Wie dem auch sei, unbestritten kann festgestellt werden: „Burning Boats“ ist ein ganz bezauberndes, sacht vor sich hingluckerndes,…

Mario Masullo & Andrea Gabriele – Les Coleurs Ne Meuvent Pas Les Peuples

An einem frühsommerlichen Abend, wenn die Sonne im Westen tief steht, ihre Strahlen unter dunklen Wolken auf noch junge Blätter fallen, erscheinen Farben manchmal fast surreal. Der Betrachter fühlt sich ganz ohne Drogen bewusstseinserweitert. Eine ähnliche Wirkung ergibt sich beim Hören von „Les Couleurs Ne Meuvent Pas Les Peuples“ der beiden Italiener Mario Masullo und…

Noisy Pig – Disaster # 1

Disaster #1“ heißt das Album, aber glücklicherweise steht dies ja nicht als Ankündigung für die musikalische Qualität der Noisy Pig’schen Tracks, oder? Natürlich nicht, zumindest nicht für die Hörer, die etwas mit Kaugummi-Comedytronics anfangen können.

DJ Rush / Pet Duo – Ekspozicija 10: Deep, Hard and Dirty

Bei aller Elektrophilie der Indie-sozialisierten Musikhörer gibt es noch immer kollektive weiße Flecken auf der elektronischen Musiklandkarte, die eher selten betreten werden. Trance gehört sicher dazu und auch Hard Techno findet selten in Indierockistan statt. Mögen „Block Rockin’ Beats“, Minimal, IDM, Drum’n’Bass oder Breakcore die Intro- und Musikexpress-Wohnzimmer erobert haben, die harte Version des geraden…

Tosca – No Hassle

Österreichischer Downbeat hätte – im Rückblick – die späten 90er und frühen 00er Jahre dominieren können. Zu den Vorboten gehörten Kruder & Dorfmeister. Richard Dorfmeister und Rupert Huber wiederum haben als Tosca zwischen Klanglandschaftsmalerei und dubbigen Dancefloorklängen eine alpine Perspektive für elektronische Musik zwischen Wohnzimmer und Club entwickelt.

Kid 606 – Shout At The Döner

Billig wie Lidl, direkt wie eine Kopfnuss und effektiv wie Rizinus-Öl. Das ist grob umrissen der Charakter von Kid 606s „Shout At The Döner“. Der Albumtitel weist zudem auf den zwischen „augenzwinkernd“ und „Holzhammer“ pendelnden Humor des Kid 606 aka Miguel Manuel De Pedro hin. Bass und Beat und knarzend rockender Hedonismus bilden die Zutaten…