Marcus Intalex presents – Dat:Music Part 2

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Dem Genre Drum’n’Bass vorzuwerfen, es habe sich in den letzten zehn Jahren zu sehr verändert oder gar weiterentwickelt, ist kaum möglich. Dennoch gibt es sicherlich genug Menschen – und nicht nur Hardcore-Fans – die sich, vor die Wahl gestellt, nur noch ein musikalisches Genre hören zu dürfen, für die Broken Beats und den Bass, die Samples, die atmosphärischen Flächen im Wechselspiel mit harten Breaks des D’n’B entscheiden würden.

Marcus Intalex’ zweite „DAT:Music“-Compilation auf seinem Label Soul:R bietet da einen ebenso guten Einstieg wie jeder andere halbwegs brauchbare D’n’B-Sampler oder aber zum Beispiel die DJ Kicks von Kemistry & Storm. Er versammelt hier auf zwei CDs neben eigenen Tracks (vier an der Zahl) Stücke von unter anderen Lomax, Chris Coda oder Calibre. Neben einigen allein vorwärts fokussierten Krachern finden sich zahlreiche atmosphärisch dichte Produktionen (zum Beispiel Lynx vs. Hellrazor mit „Shady Pastimes“ oder Lomax’ „Too Real“). Vor allem aber das eröffnende „Newport“ von Naibu verbindet auf voraus denkende Art und Weise die genretypischen Eigenschaften schneller Breakbeats, atmosphärischer Flächen und sacht dröhnender Bässe. Auch das atmosphärisch blubbernde „Underwater Scene“ von Commix hält alles, was sein Name verspricht. Unter den reduzierten, chilligen Tracks sticht Martyns „JW On A Good Night“ alles aus.

Darüber hinaus deutet nicht nur „Monarch“ von Zero T & Mosus die Nähe des aktuellen D’n’Bs zu Minimal an. Disko-Sirenen hinzugenommen, und es entsteht ein absoluter Hinhörer. Zu den Tracks, die jedem Tanzwütigen Freude bereiten, gehört vorneweg Calibres „Can’t Get Over You“, das so jedoch sicherlich auch vor zehn Jahren schon möglich gewesen wäre: etwas, was auch auf S.P.Y. vs. Kiats „Close Encounters“ zutrifft. Lomax’ „Resist“ dagegen prescht modern und futuristisch gen Hardcore. Beide Seiten – Ruhe und offensive Tanzflächenorientierung – verbindet der Commix-Track „Life We Live“ vorbildlich.

Die Dichte qualitativ hochwertiger Tracks empfiehlt Marcus Intalex‘ Präsentation von „Dat:Music 2“ nicht nur Genre-Fans, sondern ebenso dem interessierten, potentiellen Neu-Konvertiten. Wirkliche Ausfälle sind Fehlanzeige, und alle Tracks offenbaren immer wieder neue Qualitäten, die ein Herausstellen von absoluten Highlights schwer machen. Munitionen.de bezeichnet Intalex Label Soul:R nicht umsonst als „Aushängelabel für deepen, funkigen und souldurchtränkten Drum&Bass“, was das britische Mixmag ergänzt um die Aussage, es sei das beste Label überhaupt im Drum’n’Bass. „Dat:Music 2“ kommt warm, tief und mitreißend um die Ecke.

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