Diplo – Decent Work for Decent Pay: Collected Works: Volume One

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Sicherlich, Diplo aka Wes Pentz ist 2009 nicht nur einer der gefragtesten Produzenten und Remixer, vor allem bildet sein Blog eine der lohnendsten Fundgruben in Sachen Dance-Grooves im Netz. Nichtsdestoweniger tritt „Decent Work For Decent Pay: Collected Works Volume 1“ als ziemlich halbgare Angelegenheit auf den Plan.

Diplos vertretene Produktionen und seine eigenen Tracks funktionieren im Kontext einer solchen Sammlung, eines derartigen Überblicks seines Schaffens seit seinem Album „Florida“ zumeist gut, doch seine Remixe für M.I.A., Spank Rock, Bloc Party, CSS oder insbesondere Peter Björn & John lassen vielfach die nötige Frische vermissen oder bleiben gar – retrospektiv gesehen – hinter den Originalen zurück. Insbesondere M.I.A.s „Paper Planes“, Bloc Partys „Where Is Home?“ und PBJs „Young Folks“ gewinnen druch Diplos Bearbeitung kaum bis überhaupt keine zusätzlichen Qualitäten. Auch seine Produktion für Kano stinkt im Vergleich zum auf der Compilation vorhergehenden Spank-Rock-Track deutlich ab. Sein möglicherweise manchmal etwas unfokussiertes Können beweist er jedoch zum Beispiel im Interlude „200“.

Natürlich machen Tribal-Percussion, Synthesizer-Drones und der hüpfende Beat aus Bloc Partys „Where Is Home?“ einen sowohl atmosphärischen wie tanzbaren Monstertrack, aber dieser hat relativ wenig mit dem Original zu tun und beraubt dieses weitgehend seiner Spannung. Ein von Wentz produziertes Bloc-Party-Album wiederum … Eine Vorstellung, die ebenso unwiderstehlich ist, wie das hier vertretene „Solta O Frango“ von Bonde Do Role oder Samims „Heater“ – allerdings bedurfte letzteres einmal mehr nicht wirklich des, immerhin gelungenen, Remixes.

Eher anstrengend kommt indes der Remix des Black-Lips-Tracks „Veni Vidi Vici“ daher, bleibt aber gerade deshalb interessant – zwei Eigenschaften, die er mit dem Diplo-Original „Smash A Kangaroo“ gemein hat. Beide Tracks wiederum gehören mit dem weiteren Original „Way More Brazil“ zu den lohnenderen oder lichteren Momenten auf „Decent Work …“.

Eine Fundgrube ist diese Compilation ebenso wie der Blog auf maddecent.com. Trotzdem überwiegen auf CD-Länge der Schatten oder die Langeweile der Reaktion „Kenn’ ich schon“. Die Netzmaschine dürfte dennoch dafür sorgen, dass Label Big Dada und Künstler Diplo sich demnächst in den Bestseller-Fächern großer Elektrofachmärkte wieder finden. Was immer das quantitativ und qualitativ aussagen mag.

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