Mochipet – Microphonepet Remixed

Raps und elektronische Beats. Das kann einerseits HipHop dieser oder der nächsten Generation sein – Hipster sozusagen und doch nicht wirklich. Andererseits stand diese Kombination in der jüngeren musikalischen Vergangenheit ebenso für billigen Eurodancetrash Marke Mr President, 2 Unlimited und Culture Beat. Glücklicherweise handelt es sich bei Daly City Records’ Mochipet um ersteres.

Wo das Album „Microphonet“ im Frühsommer an uns vorbeiging, sei hier zumindest der digitalen Remix-EP die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt. Als Mitglied der weltweiten Gemeinde der Bassliebhaber und der erwähnten „HipHop trifft Electro“-Meute findet sich Mochipet nicht nur auf CLPs „Supercontinental“-Album, sondern trägt ebenso zum Soundtrack des Spiels NBA2k9 bei.

Auf „Microphonet Remixed“ widmen sich u. a. Jahcoozi, CLP, Boreta und Darko der Umdeutung der Originaltracks. Enttäuschend fällt dabei die Zahl der repräsentierten Albumtracks auf. „Get Your Whistle Wet“ ist unter den acht Remixen zwei- und „Rambuktion“ sogar dreimal vertreten.

Stilistisch unterscheiden sich die Mixe jedoch deutlich: Während Spank Rocks DJ Darko „Vnecks“ über einen monoton sich wiederholenden Reggae-Beat rollen lässt, macht Mochipets „Audio Graffiti“ zu „Rambuktion“ seinem Namen alle Ehre, indem die Beats als einzelne, stilvolle Tags auf die Wand des Trommelfells treffen. Dagegen verziert Jahcoozis Robot Koch – dessen Charles Mingus und Radiohead Remixe gerade zum hörenswertesten im Netz gehören – das gleiche Original mit metallisch rollenden Gitarrensamples.

Neben den erwähnten Mixen gehört sicherlich die „Get Your Whistle Wet“-Bearbeitung durch Chris de Luca vs. Phon.O (aka CLP) zu den Highlights der Vinyl/Digital-EP. Ein aggressiver Bass lässt den Track vorwärts bouncen und macht ihn zum Tanzflächenmonster. Verbunden mit den punktiert rasenden Raps kommt das unbeschreiblich gut.

Natürlich bleibt einmal mehr die Frage offen, wer solche Remixsammlungen braucht. Allerdings überzeugen nicht nur die erwähnten Tracks dermaßen, dass jedem der Weg zu den einschlägigen Downloadshops, den Netzheimaten der beteiligten Künstler sowie Daly City Records und Creaked Records empfohlen sei.

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