Stereo MCs – Double Bubble

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Das Problem der Stereo MCs ist („Double Bubble“), war (siehe z. B. „Connected“ oder auch „Deep Down and Dirty“), und wird wohl auch weiterhin sein, dass sie aus ihrer coolen, hitzig treibenden Mischung aus Acid, HipHop und Electronica nie alles herausholen, was drin steckt. So bleibt für den nicht UK-Rave-sozialisierten Kontinentaleuropäer ihre DJ Kicks Compilation das besitzenswerteste Stereo-MCs-Werk.

Fundierter formuliert, näselt Rob Birch weiterhin rappend über deepe Produktionen, die auf „Double Bubble“ sowohl etwas technoider als auch teilweise verspielter daher kommen, doch bremst sich Birch und Hallams Produktion an entscheidenden Stellen selber aus. Natürlich ist diese zurückgelehnte Attitüde mit der Reiz des Stereo-MCs-Sounds, doch … so wirklich zünden will das nicht. Anders formuliert reiht sich die Doppelblase ein in die Reihe der Alben, bei denen vor dem perfekten Hörgenuss erstmal die Bässe und Höhen der heimischen Anlage eingepegelt werden müssen. (Auf-)Gerüstet lassen dann die Electro-rave-hop-Knaller von „Get On It“ bis „Gringo“ auch die Tanzbeine schwingen, den Bauch basswarm vibrieren und das Herz höher schlagen. Beat und Bass übertönen den hier vorhandenen, nicht geringen Gleichklang und pushen diese Tracks, schaden aber gleichzeitig den vielseitigeren, kopf-orientierten Produktionen wie z. B. „Pictures“.

„Double Bubble“ vermischt – wie nicht anders zu erwarten – zeitgemäße Electro-Sounds, die am Ohr der Zeit sind, mit klassischem Rave und Rob Birch. So sehr jedoch das eröffnende „Get On It“ auf die sprichwörtliche Zwölf geht, verliert sich – bei aller spielerischer Produktion – schon „The Here & Now“ nicht in realer Wiederholung, doch in gefühlter Unauffälligkeit. Da pumpt der Bass, klingelt der Synthie und vokal-jongliert der Backgroundgesang, doch wofür? Es fällt schwer, in vielen Momenten – im Hier und im Vergangenen – bleibt einem wenig mehr übrig, als den trotz allem immer kreativen Höhenflügen der Stereo MCs auf Dauer das Prädikat langweilig verleihen zu müssen. Zu viel des Gleichen lässt ein Album leicht in die tiefsten Tiefen eines Plattenschranks diffundieren.

Auf der Habenseite verbucht die „Double Bubble“ die schweißtriefende Ekstase eines Live-Gigs der Stereo-MCs-Posse sowie einen Haufen Tracks, die allein gehört aufhorchen lassen und Begeisterung auslösen. Im Albumkontext aber plätschert das mehr oder weniger vor sich hin, verleitet zum Skippen und schafft es nur in wenigen Momenten zu fesseln.

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