Food For Animals – Belly

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Cock Rock Disco und HipHop? Was soll denn das für ein Album sein?

Ein durchgängig gelungenes. Natürlich kommen auch Food For Animals auf „Belly“ nicht an zerstörenden digitalen Geräuscheskapaden vorbei (vergleiche Otto von Schirach oder DJ Donna Summer), doch fügen sich bei ihnen glitchy Beats, Samples und Noise in Verbindung mit den Maschinengewehr-Raps Marke Public Enemy zu einem faszinierendem Ganzen. „Mouse on Mars treffen auf The Roots“ ließe sich das kategorisieren, doch verfehlte eine solche Schublade das Ziel doch deutlich. Schiefe Bilder, aber was soll’s.

Vulture V, Ricky Rabbit und Hy legen mit „Belly“ ein erstaunliches Debüt vor. Bereits für Februar diesen Jahres angekündigt (und dann in den Staaten auch erschienen) zeigen die Tracks (z. B. „You Right“), wo nicht nur N.E.R.D sich für Tracks wie „Everyone Nose“ inspirieren ließen.

Der Unterschied zwischen „Belly“ und N.E.R.D an sich ist jedoch: Food For Animals gehen den einen Schritt Richtung Alternative, Richtung Kreativität, den Pharrell und Konsorten auf „Seeing Sounds“ vermissen lassen. Das mag darin gründen, dass bei Food For Animals Ansatz und Musikverständnis zunächst elektronisch, kaputt, verstörend zu sein scheinen. Die Umsetzung als Grundlage für HipHop-Tracks folgt hier erst in einem zweiten Schritt. Selbst ein Track wie „Swampy“, bei dem das Trio Beat und Samples für den durchschnittlichen HipHop-Hörer vertraut strukturieren, bestätigt diese Einschätzung und überzeugt als Teil eines außergewöhnlichen, beeindruckenden Alternative HipHop Debüts.

Schon das lärmende, sich aus purem unstrukturiertem digitalem Rauschen herausschälende Intro stellt dabei klar, dass den Hörer eine ungewöhnliche HipHop-Reise erwartet. Eine Feststellung, die „Maryland Slang“ mit seinen vorwärts pumpenden Beats und die Raps betonenden Effekten sowie „Tween My Lips“ unterstreichen, und die im weiteren Verlauf des Albums nicht enttäuscht wird. Ob das als Rettung des Alternative HipHops zu bezeichnen ist, sei dahin gestellt, vielleicht bestätigt „Belly“ doch eher die Spex’sche These vom „[HipHop] Underground, … [der] neue Sounds ins System ein[speist]“ und das Genre erweitert.

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