Larytta – Difficult Fun

am

Nennen Sie mir bitte drei Schweizer Bands oder Musiker. Ähm. DJ Bobo, Stade, … Larytta. Aber darüber hinaus wird es echt schwer. Wobei, die beiden, um die es geht, wurden genannt: Guy Meldem und Christian Pahud aka Larytta.

Das Debüt-Album der beiden als Larytta – „Difficult Fun“ – macht seinem Namen alle Ehre. Genau genommen sagt der Titel sogar schon alles aus. Spaß macht es. Von vorne bis hinten, in all seinen Umdrehungen. Aber schwierig ist es in der Tat. Ein Projekt, eine Band, ein Künstler tut in der Regel gut daran, die Vielfalt seines Albums zwar nicht zu kurz kommen zu lassen, doch vor allem sollte er, sollte es, sollte sie nicht zu viele Stile auf einmal verwursten. Die richtige Balance zwischen Homogenität und Heterogenität ist ein Ziel. Die Wege dahin jedoch – das beweisen die beiden Laryttaner – sind vielfältig.

„Difficult Fun“ ist schwierig vor allem, weil zwischen einfachem Pop, Grime, Indie, Electro, Soul und Techno eigentlich so ziemlich alles darauf vorkommt. All diese Genres verteilen sich dabei sowohl auf verschiedene Tracks als sie sich auch in einzelnen Songs vereinen. Bestes Beispiel bildet die Hymne des ehemaligen Rauchers „Bauch Amp“. Zuvorderst Pop, aber mit ganz viel HipHop, einer guten Portion Soul und viel Electronica kann sie als Blueprint des Larytta-Sounds gelten. Zudem verdeutlicht sie, wie sehr in Laryttas Musik auch der Humor wichtig ist. Der kontinentale Grime – wenn man es denn so bezeichnen will –, den die beiden hier vorführen, ähnelt deutlich den Ideen von The Boy Group. Andererseits jedoch steht das Laryttanische Gespür für Pop eher in einer Linie mit den Junior Boys.

Die stilistische Vielfalt – sehr poppig hier (z. B. in „Love Love Odyssey“), verschroben mit wahlweise afrikanischen, pseudo-asiatischen oder süd-amerikanischen Anteilen dort („Voodoo Things (Difficult Lee)“, „Souvenir De Chine“, „Tous Me Amis“) – impliziert, dass das Album zerfahren wirken könne. Doch Meldem und Pahud verstehen es, die vielen Einflüsse, die vielen Ideen, die überbordende Kreativität in einem recht einheitlichen Klangraum zu vereinigen und so dem Hörer eine zwar abwechslungsreiche, aber doch harmonische Reise zu ermöglichen. Einen gehörigen Anteil an der – nicht negativ gemeint – Gefälligkeit des „Difficult Fun“ hat sicherlich das ungemeine Gespür für Pop der beiden Musiker. So verstecken sich mit „Wonder Vendor“, „Money For Pizza“ und „The City Walls“ echte Pop-Hits unter den teilweise doch arg versponnenen Nummern. Allein das funkige „The City Walls“ sollte eigentlich dem Album Aufmerksamkeit sichern und selbst Menschen, die sonst nur Coldplay hören, sollten an dem Lullaby „Filthy Jim“ Gefallen finden.

Advertisements