Infinite Livez Vs. Stade – Morgan Freeman’s Psychedelic Semen

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Nach „Art Brut Fe De Yoot“ jetzt also „Morgan Freeman’s Psychedelic Semen“. Psychedelisch ist am neuen „Infinite Livez vs. Stade“-Album wenig, fortpflanzungstechnisch sollte bei der Musik ebenfalls nichts gehen.

Einmal mehr lässt sich bei einem Rap-Album das Talent des Rappers nicht abstreiten. Dennoch stellt sich über die gesamte Dauer des Albums vor allem die Frage: Was soll das? Natürlich sind auch die Beats und Produktionen – egal ob von den beiden Schweizern von Stade, von DJ Tendraw oder von Joy Frempong – überzeugend. Aber, aber, aber. Wie beim Vorgänger dominieren Freakyness, Kunstanspruch und übertriebener Grime-Futurismus. Was einmal interessant ist, stört, nervt und langweilt bei der Wiederholung.

„Hoxton Smoothie“ setzt den negativen Standard, „Man Machine“ überrascht als zugänglich-amüsanter Hit, „On Illusion“ langweilt und das kranke „Slack Babbath“ tötet die letzte verbliebene Toleranz. Witz komm raus, du bist umzingelt. OK, „Clapped Out Datsun“ passt dann irgendwie und der Hörer fragt sich, ob die verbreitete Poppigkeit wirklich aus dem Hause Stade stammen kann. „Lol To The Depths Of Hell“ schleicht sich krampfhaft langsam voran und „Public Ultra Image Magnetic“ mag einzeln stehend als elektronischer Jazz-Grime überzeugen, hilft aber auch nicht im Angesicht von „I Was a Saddam Body Double Pt. 2“. Helium-Quietsche-Entchen-Rap, der vielleicht 1995 von F.A.B. Spaß gemacht hätte, heute aber: oh mein Gott.

Dazu kommen noch „Brand New Datsun“, „Track Ten“ und „Swaggamuffin“. Stück Nummer zehn bounct nett vor sich hin, ist sicherlich nicht schlecht und könnte auf einem entsprechenden Album recht gut sein (Danke Joy Frempong), wirkt mit dem nachfolgenden Zehnminüter „Swaggamuffin“, einem angerauchten Dub-Grime ebenfalls mit Joy Frempong, aber doch eher unpassend auf diesem Album. Es ist halt eigentlich doch kein „Swiss Ragga“-aka-„Swagga“-Werk.

Stade entdecken den Popappeal und versieben mit Infinite Livez auch den zweiten Versuch. Vielleicht sind ja aller guten Dinge drei. Hoffen wir’s, viermal halt ich den ILvsS-Sound sicher nicht aus.

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