Pivot – O Soundtrack My Heart

Die Frage, welches Label im Jahr 2008 die Krone des besten des Jahres tragen wird, ist eigentlich entschieden. Auch wenn sowohl Kompakt als auch Sub Pop noch gut mit im Rennen liegen, führt eigentlich kein Weg daran vorbei, den Titel an Warp zu überreichen. Nach Clark, Autechre, Leila, Born Ruffians, Jamie Lidell und Flying Lotus…

Sam Sparro – Sam Sparro

OK, springen wir auf den vorbereiteten Zug der offiziellen Promotion des selbstbetitelten Sam-Sparro-Debüts auf und sagen: Wenn Amy Winehouse für Soul 2006 und 2007 stand, dann ist Sam Sparro das Gesicht des Soul 2008. Wo der Soul des Jahres sich bisher in die Vergangenheit sehnte (Adele, Duffy, Gonzales, Jamie Lidell) oder zumindest über den großen…

The Matthew Herbert Big Band – There’s Me And There’s You

Musiker mit Botschaft und Mission: Bono – Jesus, Maria und Josef –, Bob Geldof – Heilig’s Blechle –, Thom Yorke – warum nur? – und natürlich Matthew Herbert und seine Alter Egos. Anders als unter dem Moniker Radio Boy verbindet Herberts zweites Big-Band-Swing-Album die politische, die zeitkritische Komponente mit einem ungeheuren Wohlklang. Rund um den…

Pan/Tone – Skip The Foreplay

Pan/Tones‘ – aka Sheldon Thompson – neues Album „Skip The Foreplay“ mag vielleicht nicht die innovativste Platte in Sachen House und Techno sein, doch ist es sicherlich eine außergewöhnlich warme. Sie mag technisch glatt und perfekt sein, doch emotional besticht sie sowohl durch Witz, als aber vor allem durch einen unglaublichen Charme.

Monkey – Journey To The West

Am Anfang war das Wort. Einerseits im Sinne einer alt-chinesischen Erzählung, andererseits in Frageform. Der Frage: Was möchte Damon Albarn mit Monkeys ‚Journey To The West’ erreichen? Wollten er, Jamie Hewlett, Jean Luc Chopin und Chen Shi-Zheng tatsächlich die perfekte Synthese aus okzidentaler und fern-östlicher Kultur in Form eines popmusikalischen Musiktheaters (sprich: einer Oper) erschaffen?

Sport – Unter den Wolken

Sport, die Band um Felix Müller, verortet sich ganz selbstbewusst im härteren Rock-Segment zwischen Post-Hardcore und Grunge, zwischen Stoner Rock und einfach nur Alternative. Das Selbstbewusstsein ist wohlverdient. Möglicherweise existieren da draußen viele Bands, die diese Genres mit deutschen Texten verbinden und nicht wie peinliche Kopien klingen, aber so lange diese Bands nicht hervortreten, bleibt…

Various – Total 9

Es ist Sommer. Gelegentlich. In manchen Gegenden. Je nach Definition. Mitten in das Sommerloch – oder eher gegen sein Ende – veröffentlichen die Kölner von Kompakt die neunte Inkarnation ihrer totalen Labelschau. Die nicht nur musikalisch elektronische Presse feiert „Total 9“ bereits in ihren Ankündigungen als die „vielfältigste“ Kompakt-Compilation (residentadvisor.net) oder behauptet gar, diese Ausgabe…

The Cool Kids – The Bake Sale

Amerikanischer HipHop existiert ganz offenbar in zwei Aggregatzuständen. Mainstream und Indie stehen sich gegenüber und vereinigen sich nur unter Umgehung der üblichen Gesetze der Physik. Natürlich gibt es dennoch den ein oder anderen Künstler, der an beiden Seiten Gefallen findet, der nicht gehasst wird, obwohl er über eine Million Platten verkauft – Kanye West ist…

Wild Beasts – Limbo, Panto

Im wilden Auf und Ab an immer neuen, tollen britischen und amerikanischen Bands lässt sich nicht immer ganz nachvollziehen, warum diese eine den Plattenvertrag beim Major bekommen hat oder wieso gerade diese andere – der ein solcher Vertrag eben fehlt – den ganz großen Durchbruch beim kaufenden, konzertierenden oder zumindest hörenden Publikum schafft. Da wirkt…

Amphibic – There Were Millions Of Them EP

Sechs Tracks, 23 Minuten, „There Were Millions Of Them“. Amphibic versuchen, mit einer EP die Wartezeit auf den Nachfolger zu „Film In My Head“ zu verkürzen – oder gestehen ein, dass die vier Jahre zu mehr nicht gereicht haben.

Alloy Mental – We Have Control

Techno plus Indie, Electro plus Rock. Solche Beschreibungen stellen heute wahrlich keine musikalischen Neuerungen mehr dar. Zu sagen, der EBM der 80er habe den Anfang gemacht, wäre populär, doch verschlösse es die Augen vor den elektronischen Pionieren. Spätestens in den 90ern machte Big Beat die forschesten Schritte und nahezu gleichzeitig wagte nicht nur Phillip Boa…

1000 Robota – Du Nicht Er Nicht Sie Nicht

Gab es zum letzten Jahreswechsel eigentlich die übliche Berichterstattung, welcher deutschprachige Indie-/Rock-/Popact 2008 durchstarten wird? Zur Jahresmitte zumindest ließ sich ein potentieller Kandidat für den Titel Newcomer des Jahres 2008 (2. Hälfte) ausmachen. Im Haifischbecken des „Deutschpop“ deuteten kleinere Wellen die Ankunft eines neuen halbstarken Rivalens an. Die Band, von der die Rede ist, heißt…

Leila – Blood, Looms And Blooms

„Blood, Looms and Blooms“ stürzt sich sphärisch-technoid in unsere Gehörgänge. Sofortige Faszination stellt sich ein dank Leila Arabs Talent für klangliche Landschaften, Klangschaften. Vom Technoiden schlängelt sich das eröffnende „Mollie“ hin zum Noisepop, um ambient-klingelnd-verzerrt zu enden. Nach diesem umwerfenden Neugierde und Begeisterung weckenden Beginn präsentiert die Künstlerin ein Album, das zwischen purem TripHop der…

Khan Of Finland – s/t

Schon bezüglich des letztjährigen Can „Khan“ Oral Albums sagte Khan, er sei „von der Party über den Sex nun an dem Punkt angekommen“, wo er sich frage, „was kommt danach?“. Die Antwort liefert der (ehemalige) Elektro-Schrauber und Techno-Schmied in leicht gewandeltem Outfit mit den beiden Kumpanen Boris Bergman am Piano und Mark Boombastik als Beat-Boxer…

Stereo MCs – Double Bubble

Das Problem der Stereo MCs ist („Double Bubble“), war (siehe z. B. „Connected“ oder auch „Deep Down and Dirty“), und wird wohl auch weiterhin sein, dass sie aus ihrer coolen, hitzig treibenden Mischung aus Acid, HipHop und Electronica nie alles herausholen, was drin steckt. So bleibt für den nicht UK-Rave-sozialisierten Kontinentaleuropäer ihre DJ Kicks Compilation…

Pop Levi – Never Never Love

Schon Pop Levis Erstling „The Return To Form Black Magick Party“ machte klar, ein Freak ist am Werk. Ganz tief aus dem Glam heraus entwickelte der nicht ganz so kleine Jonathan seine eigene Definition des Pop. Schwankte das auf dem Debüt vor allem zwischen Marc Bolan, Lou Reed und David Bowie, fügt der ehemalige Ladytron-Bassist…

Arne Zank – Love and Hate From A To Z

Tocotronic erreichten mit jedem ihrer letzten vier Studioalben die Top Ten der deutschen Albumcharts. Das neue Soloalbum von Arne Zank – aka der „Trommler von Tocotronic“ – erscheint in der greifbaren Welt dennoch ausschließlich als Vinyl und für die virtuellen Vögel zudem als Download.

Otto von Schirach – Oozing Bass Spasms

Jason Forrests Label Cock Rock Disco schickt den nächsten auditiven Horrorladen in den Kampf. Nach des Meisters eigenem DJ-Donna-Summer-Album „Panther Tracks“ machen sich auch auf Otto von Schirachs neuem Album stampfende Bässe, extreme Breaks, Ravesynthies und Pornolyrics auf, den gemeinen Hörer zu entgeistern. Wenn das gelungen ist, werden der Aufwand gesteigert und die wirklich absurden…