Solomon Burke – Like A Fire

am

Der König meldet sich zurück. Zuletzt in Nashville beheimatet, hat er seine Untertanen aufgefordert, ihm Lieder zu schreiben, die er singend verkaufen kann.

Solomon Burke, Hohepriester des Soul, präsentiert sich auf „Like A Fire“ in Bestform – in was auch sonst. Immer mit der Seele auf der Zunge und über einer minimal funkigen Produktion singt er Blues, Folk und Pop, der – fast ausschließlich – speziell für ihn und dieses Album geschrieben wurde.

Allein Eric Claptons eröffnender Titeltrack verzaubert, begeistert und lässt den Hörer versinken in dieser zeitlosen popmusikalischen Perle. Seelenvolle, traurige, tief sumpfig südliche Schönheit – das ist „Like A Fire“. Dennoch mögen nicht alle zehn Songs musikalisch auf allerhöchstem Niveau sein. Keb’ Mos „We Don’t Need It“ fällt nicht aus der Reihe, aber „The Fall“ übertreibt es vielleicht ein wenig und driftet in Richtung Kitsch ab, jedoch ohne dabei wirklich zu enttäuschen. Überhaupt verzeiht der Hörer dies gern, folgt doch im nächsten Augenblick „A Minute To Rest And A Second to Pray“. Geschrieben von Ben Harper und sicher nicht der schlechteste Song aus Harpers Feder. Überhaupt dürften viele der jüngeren Harper-Fans mit Burkes Alben einen für sie bisher möglicherweise unbekannten Schatz entdecken können.

Die jungen Songwriter Keb’ Mo, Ben Harper, Jesse Harris und ihr alter Meister Eric Clapton liefern nicht nur Songs für Burke, sondern erhöhen natürlich mit ihren Namen die Aufmerksamkeit, die „Like A Fire“ erfährt. So unfair diese Aussage sein mag, so unmöglich ist es eigentlich hier, echte Highlights auszumachen. Jesse Harris’ „What Makes Me Think I Was Right“ funky Ballade gegen das gospelig-bluesige „Understanding“ oder das funkige „You and Me“ abwägen zu wollen, wäre unverschämt – oder gar dumm. Da fällt es schon fast schwer festzustellen, dass Claptons „Thank You“ nicht jedem gefallen wird.

Weniger kritisch ist es, das gleiche für das abschließende „If I Give My Heart To You“ zu sagen, fällt es doch in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen. Zum einen nicht für das Album geschrieben, zum anderen als Barjazz präsentiert, der – zwar perfekt – aber doch eben am besten genau dort – in der Bar – funktioniert. Traumhaft und doch ein Haken am Ende, der überzeugend die Aufmerksamkeit auf die vorhergehenden Songs erhöht.

Das nunmehr zwei Jahre alte „Nashville“ dürfte im Vergleich das bessere Album sein, doch verstecken muss sich „Like A Fire“ nicht. Ein lohnenswerter Genuss ist es auf jeden Fall.

Advertisements