Pluxus – Solid State

am

Skandinavien. Eine Rockband nach der anderen, Popact nach Popact und eine ganze Reihe Liedermacher aus dem nördlichen Zipfel Europas eroberten in den letzten Jahren die zentraleuropäischen Breiten und den transkontinentalen Markt. Aber auch die nordischen Electroacts überzeugen immer wieder.

So können wir uns dann doch fröhlich schätzen, das bereits 2007 dort oben erschienene Album „Solid State“ von Pluxus dank Kompakt – und insbesondere Michael Mayer – im Mai 2008 auch endlich hören zu dürfen. Die drei Schweden Tesch, Kammerland und Ekert präsentieren hier das qualitativ vielleicht stärkste der technoid angehauchten Alben, die bisher im Jahr 2008 erschienen. Pluxus haben in der Produktion der zehn Tracks offenbar die Formel für den perfekten Electro- oder besser Bitpop entdeckt. Einerseits schaffen sie hier vielschichtige, überraschende, faszinierende, begeisternde Tracks, andererseits verleihen sie jedem Teil ihrer instrumentalen Nummern den großen poppigen Wiedererkennungswert. Die Stücke glänzen zudem immer wieder mit kleinen versteckten unerwarteten Spielereien, die sie vor dröger Eintönigkeit bewahren. Die klare Orientierung an der Zielmarke Pop verleiht dem Album jene Spannungsmomente und Dramaturgie, deren Mangel manch ein Hörer im nicht ausschließlich party-orientierten, elektronisch-technoiden Fach sonst vermisst.

Die Stärken des Albums zu loben, würde einer unendlichen Aufzählung gleichkommen, doch lassen sich Vielseitigkeit, Poppigkeit und gleichzeitige Tanzbarkeit als die großen Haupteigenschaften nennen. Vom eröffnenden Kratzen des mitreißend sommerlichen „Transient“ über das atmosphärisch tiefe „Perm“ bis zum klar rave-orientierten „Bootstrap“, von der großartigen Popnummer „Kinoton“ über das abstrakt orientalische „Forth“ zum flächig zerhackstückelten, faszinierenden Zweiklang aus „Contax“ und „Corrose“, vom ambient-heimeligen „Sansui“ über den grandiosen Titeltrack bis zum positiv einlullenden Abschluss mit „Slow Peel“ enthält das Album „Solid State“ zehn absolut großartige und in ihrer Art unangreifbare Tracks. Pluxus schaffen damit ein absolut überzeugendes und schlüssiges Technopop-Album. Ein Werk, das sich weder darauf konzentriert, einen Clubhit nach dem anderen zu liefern, noch sich nur in seiner Gesamtheit als abstrakt und tiefgründig erschließen lassen will. Vielmehr schafft es die „Band“, das Projekt, schaffen es die Künstler, sowohl ein durchhörbares, fantastisches Album abzuliefern, als auch jedem Track einen eigenständigen Charakter zu verleihen.

Pluxus’ „Solid State“, definitiv gekommen, um zu bleiben.

Advertisements