Tom Mansi and The Icebreakers – Love On The Rails

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Rock’n’Roll – im Wortsinn –, Country, Folk. Tom Mansi & The Icebreakers präsentieren auf ihrem Debütalbum „Love On The Rails“ nicht unbedingt eine Musik, die nach Hype oder Aufmerksamkeitsmaxima durch Presse, Funk und Fernsehen schreit. Nicht nur das, auf den ersten Blick – also das erste Hören – kommen die Songs auf „Love On The Rails“ auch fast altbacken daher. Das mag jedoch an einem ursprünglich nur geringen Interesse des Autors liegen.

Lässt der Hörer sich jedoch nur einen Moment auf Mansis rauchiges Gesangsorgan, sein Bassspiel und seine Mitstreiter ein, präsentiert die Band auf ihrem Debüt mehr als nur einen Hit. Hit im Sinne von Pop und im Sinne von faszinierendem Stück Musik. Seien es der eröffnende Titeltrack, das nachfolgende „Truckin’ Along“ – beide mit starken Country- und Honky-Tonk-Anlagen – oder das grandios düster rockende „Big Bad Wolf“, was die Eisbrecher aus den Zutaten ihrer Musik machen, verdeutlicht nicht nur eine überragende technische Qualifikation, sondern ebenfalls ein unglaubliches Talent für Songwriting und Arrangements. Wer aus einer Musik, die in Deutschland vor allem für drittklassige Stadtfest-Bands steht, Perlen wie „Whodunnit“ zimmern kann, verdient nicht nur Bewunderung, sondern vor allem Verkaufszahlen. Die Nord-Londoner um Mansi schaffen es zwar nicht, alle Tracks auf höchstem Niveau zu halten, dennoch fasziniert ihre Musik und an vorderster Front der Gesang, der nicht nur, aber vor allem an Tom Waits erinnert. Dabei steht meist ein rockender, vorwärts drängender Klang im Zentrum. Entsprechend überraschen am Ende das zarte zerbrechliche „Disoriented In The Darkness“ sowie die Popballade „Old Familiar Song“.

Das Jahr scheint vordergründig – Ausnahmen bestätigen die Regel – geprägt durch heiß erwartete Enttäuschungen und begeisternde Überraschungen. In jedem Fall gehört „Love On The Rails“ in letztere Kategorie. Vom Titelstück bis „One Day“ ist es ein gelungenes, viel versprechendes und viel einhaltendes Debüt. Für die Blues-, Country- und Rock’n’Roll-Gemeinde könnte es eines der Alben des Jahres werden. Für die obercoolen Indies sollte zumindest das Probehören Pflicht sein.

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