The Presidents Of The United States Of America – These Are The Good Times People

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Die Presidents Of The United States Of America sind und bleiben eine nostalgische Angelegenheit. So unfair es sein mag, sind sie doch wenig mehr als ihr Hit „Peaches“.

Genau das macht das neue Album „These are the Good Times People“ nicht spektakulär, aber zumindest interessant. So verdammt Neunziger Jahre kommt es daher, dass es eine Freude ist. Powerpop zwischen der Bandvergangenheit selbst und den erfolgreicheren Zeitgenossen Weezer oder sogar den Lemonheads.

Dem Titel entsprechend gerät das Album zur „Gute-Laune-Maschine“ für die kommende Open-Air-Saison oder das gemütliche kleine Klassentreffen in der Kneipe um die Ecke. Wie im punkig-powerpoppigen Geschäft üblich, kann hier niemand ernsthaft Innovation erwarten. Es geht darum, eine gute Zeit zu haben und wenn sich eine kleine textliche Spitze einschleicht, so wird sie doch gleich durch die Musik abgefedert.

Trotz Mangel an Innovation, kann niemand dem Sound der Presidents vorwerfen, er geriete langweilig. Das Songwriting klingt zwar durchgehend nach den mittleren Grunge-bereinigten 90ern, doch schleichen sich immer wieder Elemente ein, die mal nach Country, mal nach Folk, mal nach Blues klingen. Besonders der Country-Ausflug in „Truckstop Butterfly“ zur Albummitte hin erscheint durchaus erfrischend. Der Ska-Anteil darf bei der angestrebten Zielgruppe nicht fehlen und wird mit „Flame Is Love“ abgehakt. Gleichzeitig nimmt er sich noch des heute unverzichtbaren Garagen-Rock-Anklangs an, der auch andernorts durchscheint. Natürlich lässt sich auf vierzehn Songs gestreckt schon das ein oder andere als Füllmaterial bezeichnen, doch fällt dies kaum ins Gewicht. Echter negativer Ausreißer bleibt da doch dummerweise das längste – und vielleicht auch ambitionierteste – Stück des Albums „Ghosts Are Everywhere“.

„These are the Good Times People“ präsentiert routinierten Powerpop, der perfekt für das Rockpop-Format im Radiosender Ihrer Wahl ist und genau deshalb seine Freunde finden wird. Und wenn es nach mir geht, sollen lieber die „Presidents of the United States of America“ das Taschengeld der Rockpop-Jugend einstecken, als …, hier bitte den nervtötenden Pseudo-Pop-Punk-Rocker ihrer Wahl einsetzen.

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