Bloodysnowman – Bloody Buddies

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Teilweise neues Material von Shawn Porter aka Bloodysnowman, teilweise Remixe seines selbst betitelten Debüts, vor allem aber ein tiefer Einblick in die Mentalität der Freaks rund um und auf dem Label Daly City. Das ist „Bloody Buddies“.

Zwischen purem Breakcore und poppig-tanzbarer Electronica findet sich vieles auf dem neuesten Output des in Oakland, California ansässigen Labels Daly City. Allem jedoch ist gemein: Die Künstler von Mochipet bis Heartworm bewegen sich an der vordersten Front elektronischer Musik, was die Qualität des Outputs anbetrifft. Im Zentrum steht häufig – vielleicht sogar zu häufig – das Augenzwinkern, doch nie wird die Hörbarkeit vergessen – hörbar für den an elektronischer Seltsamkeit interessierten Nutzer, wie den Schreiber dieser Zeilen.

Mochipets „Bloody Dancer“ eröffnet das Album hypnotisch-flirrend und mitreißend auf gebrochenen Beats, bevor Bloodysnowman mit „Happy Fun Time“ klarstellt: Auch Electropop für den nächsten Rave ist hier möglich. Überhaupt sind es Shawn Porters eigene Stücke „Happy …“, „Laughing“ und „Broken Floor“, die hier am meisten überzeugen und mitreißen. Mit dem nötigen Pop-Appeal und der verbundenen Tanzbarkeit entwickelt er perfekte Tanzflächenfüller, die neben Momenten zum Ausrasten immer auch Ruhephasen beinhalten.

Höhepunkte herauszugreifen fällt schwer. Mag Build 128s „Dead Laptop (Raver for Sale)“ in seiner einen Minute Spielzeit fast zu zerstört daherkommen, hat es doch auch grandiose Momente. Ebenso die Überraschung des Albums, Xiu Xius Interpretation des „Dead Raver“ im „Shhhhhhh Mix“. Kaum mehr als vierminütiges Rauschen, doch verstehen Cory McCullough und Yvonne Chen damit zu faszinieren. Daneben und neben Bloodysnowman selbst begeistern vor allem Ben Sandovals „Dead Raver Still Dead“ und Yoko Solo mit „DRINKINGindaBUSHES You Whore!“. Das eine perfekter Electro-Funk, das andere jazziger Breakcore.

Bei aller Verwirrtheit und elektronischer Zerstörtheit des Albums zeigen diese „Bloody Buddies“ doch vor allem: Echter Mut, musikalische Verwegenheit findet heutzutage vor allem im elektronischen Halbfeld der Musik statt. Des Weiteren beweist Bloodysnowman hiermit aber auch, wie hörbar ein solcher Mut doch daherkommen kann. Hörbar sowohl im Sinne von interessant als eben auch im Sinne von poppig.

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