Various – Feeling Strange mixed by Jennifer Cardini

Ich könnte hier jetzt große Sätze drechseln, in denen ich meine Erfahrungen mit Live-Sets der im Pariser Pulp groß gewordenen DJs Chloé und Jennifer Cardini schilderte. Doch als echter Sesselpupser wäre das alles Fake. Ganz und gar nicht falsch ist jedoch zum einen Jennifer Cardinis neue Compilation „Feeling Strange“ auf Kompakt und zum anderen mein Gefallen an diesem Mix.Zwischen aktuellsten Veröffentlichungen und Klassikern, zwischen House und Minimal, zwischen Indietronic und – alleinstehend – Apparats „Arcadia“ schneidert Mademoiselle Cardini einen sehr homogenen musikalischen Mantel, der ebenso als Kopfkino wie als Vorbereitung auf die tänzerische Betätigung funktioniert.

Eingerahmt von emotionsgeladener Electronica (Static starring Justine Electra mit „Sometimes I’m Sad For A Few Seconds“ im Robert Lippok Remix und Apparats „Arcadia“) findet sich ein Album, das im ersten Teil von eher zart pluckernden Sounds dominiert wird. Den Höhepunkt des Spannungsbogens platziert Cardini geschickt zu Beginn der zweiten Hälfte. Natürlich gibt es Ausnahmen, der nicht nur von Body Language Volume 6 bekannte Chloé Remix von Reworks „Love Love Love Yeah“ gehört dazu und baut eine enorme Spannung auf. Allgemein verzichtet der Beginn von „Feeling Strange“ jedoch auf zu große Emotionen. Maurizios „M-04“ sei da beispielhaft genannt.

Ab Jamie Lloyds „May I?“ wird das Tempo angezogen und steigert sich bis zu dem Dreiklang aus Khans „On The run“ im Kaos Remix, The Hacker und Eric Borgos „Zone“ sowie Mike Dunns „So Let It Be House“. Im Folgenden werden wir dann auf einem Minimal-Hoch getragen, bis die 80er Jahre Wavetronica von Principles of Geometry uns auf das Ende vorbereiten. Ein – überraschendes – weiteres Highlight dieses Mixes.

Am Ende bleibt nur zu bilanzieren, Kompakt legt mit Jennifer Cardinis „Feeling Strange“ eine absolut gelungene, einfach nur schöne Compilation vor. Eine, die zeigt, wie vielseitig das weite Genre Techno sein kann.

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