Robert Owens – Night-Time Stories

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Night-Time Stories. Davon hat Robert Owens sicherlich eine Menge zu berichten, gehört er doch seit mehr als zwanzig Jahren zu den Künstlern, die mit ihrer Stimme das Genre House geprägt haben. Owens wohl mehr als jeder andere.

Seine Stimme ist dann auch das, was seine nächtlichen Geschichten ausmacht. Die Tracks, produziert von Genre-Größen wie Ian Pooley, Kid Massive u. v. a. mehr, sind selten mehr als eine Untermalung dieses Gospel-geschulten Organs. Dies schmälert jedoch nicht ihre Qualität. Die Symbiose aus Gesang und Backing Track funktioniert so fantastisch, am Ende bleibt einzig die Kritik, über eine Stunde Spielzeit kann selbst der beste Gesang ermüden.

Dabei finden sich neben sofort club-tauglichen Nummern („I’m Chained“ produziert von Ian Pooley) nicht nur soulig-groovige Funk-Balladen („Now I Know“ produziert von Atjazz), sondern auch eher progressive Tracks („Never Give Up“ produziert von Charles Webster) auf dem Album. So wird aus „Night-Time Stories“ ein rundes, sehr poppiges, alltags- und radio-taugliches Dance Album, das nie wehtut und doch in den besten Momenten und in der richtigen Stimmung die ganz große Euphorie auszulösen vermag. Sei es „Only Me“ oder die erste Single „Merging“. Geschickter Spannungsaufbau und perfekt gesetzte entladende Momente sichern die Atmosphäre, die nicht nur im Club, nein, auch zu Hause oder beim Autofahren zu Endorphin-Ausschüttung und Ekstase führen.

Eine Stimme mag ein Genre prägen, mag als gemeinsamer Nenner funktionieren, doch sie ist doch nur Teil der Musik. Diese Teilhaftigkeit haben Owens und seine Produzenten vielleicht gelegentlich vergessen, dennoch gelingt ihnen ein rundes, ein zeitloses und doch modernes Album. Ein Album, nach dessen Hören man vielleicht erschöpft ist, aber nicht aus Langeweile, sondern auf Grund der durchlebten Gefühlsräusche.

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