14ter Stock und Ich

Hoffentlich demnächst im Einsatz, das andere ich, 14terstock.

sciencemeteoblog

So das ist also der Stichtag. Morgen – oder gleich, oder jetzt eben nach internationalem Zeitstempel, oder vor einigen Stunden an der Datumsgrenze – werde ich also ein zweites Mal geboren, nicht auf eine esoterisch sektenhafte und nicht auf eine „ich habe diese Katastrophe überlebt, Halleluja“ Art und Weise. Nein, einfach nur insofern, als das ich jahrelang das Ziel hatte, den morgigen Tag nicht zu erleben.

Tja, wie kommt es, dass es anders sich ergibt, als ich dachte. Besonderes Glück und Zufriedenheit sind es nicht. Feigheit, nein. Wer seit Jahren in 14ten und 16ten Stöcken ein und ausgeht, legt diese sicher ab. Bindungen, die nicht zerbrochen sind, Angehörige, die zu verletzen nicht in Frage kommt, ja.

Und der Verlust des Gedankens bis vor einigen Tagen. Der Kopf füllte sich mit anderem, mit Belastungen und Unzufriedenheiten so groß, die kleine Unlust der Depression nichtig erscheinen lassend. Ein Tod, ein Job, In Rainbows, ein Hobby – siehe nebenan oder eben hier.

Was heißt das aber. Wenn ich also den morgigen Tag erleben werde. Der Plan geplatzt, die Angehörigen noch da. Der Film mit einem Cliffhanger am Ende, der eine Fortsetzung nicht nur ankündigt sondern erzwingt.

Wie geht es weiter. Anders als bei Harry Potter und dem Herrn der Ringe ist das offen. Der große Plan fehlt. Aber erstmal sollte wohl der 14testock zum Leben erweckt werden. Mehr sozialer Kontakt, kein ganz großer Arsch mehr sein. Die Planung dessen, was nach dem 30. September 2008 kommen könnte. Zuvor ein Festival und ein Konzert fest gebucht. Wie auch immer. Digital und analog gibt es genug Leute, deren Leben mit meinem Kontakte hat, die zu pflegen lohnt.

Warum ich das schreibe. Als digitales Lesezeichen, als Markierung, die bleibt, anders als ein in den Tiefen des eigenen PCs verschwindendes Dokument, ein reales Tagebuch, das nicht weitergeführt wird, in einer Kiste landet, entsorgt wird. Sollte es jemanden stören – außer mir und mich –, einen zukünftigen Arbeit- oder Versicherungsgeber, einen Ehrenamtanvertrauer. Wohl wahr. Kann ich sie beruhigen. Oder besser mich. Nicht wirklich auf ewig. Aber konkret jetzt. Ja. Enorm. Nicht, dass, aber das steht oben schon, etwas besser sei. Eher mieser. Aber jetzt wo das Ende von Teil eins feststeht, will ich wissen wie die Fortsetzung aussieht. Sicher ist, sie wird schwerer sein. Es erfolgt keine Einführung mehr. Ich muss wissen, wie es geht, die Regeln sind. Kein unbewusstes Dahinträumen, die eigene Geschichte später nur erzählt bekommen. Jetzt ergibt sich alles direkt, fordert Aktion und Reaktion. Passivität ausgeschlossen. Die Fortsetzung also, Teil zwei einer Trilogie oder einfach der Abschluss. Zu erwarten ist erstmal, er sollte zwanzig Prozent länger sein als sein Vorgänger. Dann kann ich weitersehen.

Vielleicht ist bald aber auch alles irgendwann ganz anders. Die letzten knapp zehn Wochen stellten schon eine massive Belastung dar, auf diverse Art und Weise.

Advertisements