Troy Von Balthazar – Troy Von Balthazar

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TVB has fingers. Mit dieser gesampleten Aussage begrüßt uns TVB oder Troy von Balthazar auf seinem jetzt auch schon zwei Jahre alten Solo-Album. Einem zeitlosen Werk, das zwischen den Polen nervig, nett (aka belanglos) und genial pendelt. Das ebeso häufig sperrig wie zauberhaft ist, und dabei immer an der Oberkante der Bezeichnung Lo-Fi bleibt.

Was TVB mit seinen Fingern an Gitarre und Sampler anstellt, bzw. zwischen Leipzig, Berlin, Frankreich, Los Angeles und Hawaii aufgenommen hat, ist eine dieser großen kleinen Platten, die einen sich vor dem Künstler verneigen lassen, die aber ebenso zum Werfen von faulem Obst einladen. Je nach Stimmung und je nach Moment kann die eine Regung sofort in die andere umschlagen. Die drei großen Balladen „Perfect“, „I Block The Sunlight Out“, „Real Strong Love“ laufen dabei außer Konkurrenz, bezaubern sie doch jederzeit, mögen so zwar ebenfalls schon häufig gehört sein, aber am Ende siegt doch die Qualität. Aber gerade bei „Perfect“ folgt die Herausforderung auf dem Fuße mit „Old Black Joe“, einer zwischen Ryan Adams und Bon Jovi pendelnden herkömmlichen Rocknummer, die natürlich vor Ironie trieft, aber … eben doch auch anstrengt. Wie die Miniatur „The Color Comes“ ein kurzes Intermezzo, das eben doch zwischen „Was soll das“ und „Genial lustig“ die musikalische Schmerztoleranz herausfordert.

Am Ende siegen die großen Gefühle, die Lebensweisheit, die Selbst- und Weltbetrachtung. Songs wie „You, When You’re Drunk“ kann der Hörer nicht entfliehen und so sollten wir froh sein, Ende 2007 endlich an Troy von Balthazars Solo-Album teilhaben zu können. Nicht zuletzt der Rausschmeißer „Heroic Little Sister“, der beide Seiten des Albums vereint, lohnt die Strapazen, die man zwischenzeitlich beim Hören von „Troy von Balthazar“ auf sich zu nehmen meint.

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