The Heavy – Great Vengeance and Furious Fire

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Es gibt so Platten, die überraschen dich, greifen dich am Schlafittchen und drehen dich durch die Mangel. The Heavys “Great Vengeance and Furious Fire“ ist so eine.

Via der Ninja-Tune-Tochter Counter Records (sprich: Pop Levi) erreicht uns diese grandiose Schnittmenge aus rotzigem Rock, erdigem Soul und verwirrten Weirdo-Ideen. Mit dem von Ninja Tune zu erwartenden HipHop hat das nur insofern etwas zu tun, als dass auch dieser in der Vergangenheit mal am Soul geschnuppert hat, also evolutionär von ihm abstammt.

The Heavy wiederum graben sich mit ihrem Equipment tief im Ur-Erdreich der Popmusik ein, nehmen sich die besten Bestandteile von Motown oder Stax einer- und MC5 andererseits und rotzen uns ihren Soul-Garagenrock entgegen. Im Hintergrund besteht das zu ebenso vielen Einheiten aus echten Instrumenten wie aus Synthesizer und Computer, passt daher dann doch wieder ganz gut zu Ninja Tune. Diese Erkenntnis ist aber nebensächlich, denn eigentlich ist “Great Vengeance and Furious Fire“ für die Hype-Kiddies, die UK-Fanatiker, für die The-Band-Fans und alle, die dazu dann auch noch gute Musik und nicht immer nur das gleiche mögen.

Vordergründig knallt das irgendwo zwischen White Stripes, BRMC und Wolfmother, von mir aus auch zwischen Fatboy Slim, Wu-Tang Clan, Death From Above 1979 und Gnarls Barkley, im Hintergrund schauen aber eben nicht nur The Kinks, Otis Redding, Isaac Hayes und Van Morrison um die Garagenecke. Soll heißen, kräftig vorwärts Rockendes und gepflegt durch die schmutzigen Großstadtstraßen Schleichendes halten sich die Waage. „That Kind Of Man“ haut uns erstmal sofort von hinten auf den Schädel, um uns dann langsam zur Besinnung kommen zu lassen und die beglückende rauschhafte Wirkung voll auskosten zu können. Spätestens bei „Coleen“ sollte es dann um uns geschehen sein.

“Great Vengeance and Furious Fire“ ist mindestens die Überraschung des Herbstes 07, wenn nicht des ganzen Jahres. Zwischen all den sich wiederholenden und selbstreferenziellen Garagenrock/Postpunk-Bands aus dem UK sind The Heavy nicht nur eine erholsame Erscheinung, sondern eine begeisternde. Möge der Hype – der NME – ihnen gewogen sein.

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