The Dynamics – Version Excursions

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Oh man. Wo ist die Zielgruppe? Wer braucht das?

Wovon ich rede? Von einem Reggae-Album voller Coverversionen: 7 Nation Army (The White Stripes), Rockit (Herbie Hancock), Lay Lady Lay (Bob Dylan), Music (Madonna), Whole Lotta Love (Led Zeppelin), … Mancher wird beim ersten Aufzählungspunkt vom Glauben abfallen, aber spätestens bei Led Zeppelin dürfte es jeden erwischt haben.

All die Zweifler seien beruhigt, die fünf zur Zeit alle in Frankreich wohnhaften Dynamics machen ihre Sache schon ganz gut. Jedem der Tracks merkt man die tiefe Ehrerbietung der Band für a) den klassischen Soul, b) Roots-Reggae und c) jeden einzelnen Song an. Und doch – oder vielleicht gerade deshalb – glänzt dieses Album vor allem in seiner … zweifelhaften Existenz. Es mag sein, die Band verdient ihren – von der internationalen Promotion herbei geschriebenen – Ruf als erstklassiger Live-Act, auf Platte jedoch fehlt die Frische, der Esprit, das nötige Etwas. Das ist einfach nur glatt produzierter, fehlerfreier Reggae, der die bekannten Stilmittel nutzt, sie auf ebenso oft gehörte Songs anwendet und hofft, damit etwas Neues und Begeisterndes zu schaffen.

Am Ende des Tages ist das alles nicht schlecht, nein, eigentlich sogar ganz gut. Aber gut auf die Weise, wie auch die millionste Garagerock- oder Postpunk-Revival-Band aus dem UK gut ist. Es ist gut … und langweilig. Sage ich. Wer auf Reggae und Soul steht, über die Produktion und all das Altbekannte hinweg sehen kann, wer also die tiefe Emotion, die in Reggae und Soul beheimatet ist, herausfiltert, wem vielleicht sogar der Pseudo-Diskobeat in der vorliegenden Version – oder Exkursion – von Frau Cicciones „Music“ nicht negativ auffällt, für den kann das Dynamics-Album tatsächlich zu den Highlights 2007 gehören. Für mich kann ich nur sagen: Ich würde es wirklich gerne mögen, ich habe mich darauf gefreut, wie auf eine gute Flasche Wein, … die dann nach Essig schmeckt.

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