Stereophonics – Pull The Pin

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Die Stereophonics sind zurück. OK, zurück ist sicherlich nicht treffend, aber das nunmehr sechste Album im zehnten Jahr der Band stellt zumindest für die Band selber so etwas wie eine Wiederkehr dar. Nach einer kurzen Auszeit geht es mit neu gefundenem Spaß und eben solcher Energie an die Arbeit.

An eine Arbeit, die von den Hassern einmal mehr als Schweinerock verschrien wird. Was immer das sein soll. Kelly Jones und Konsorten zeigen auf „Pull The Pin“ all das, was sie können, was die einen lieben und die anderen hassen. Rock in einem Spannungsfeld aus Brit-Pop und Lederjacken-Rock, einer Schere zwischen Oasis und Foo Fighters, Manic Street Preachers und Black Rebel Motorcycle Club.

Das ist in keinem Moment spektakulär, in vielen aber einfach gut. Melodische Pop-Rocker, die natürlich eher auf die Stadionbühne, denn auf den In-Club zielen. Für Kelly Jones beinhaltet „Pull The Pin“ das Beste aus zehn Jahren Stereophonics, ohne dabei ein Best Of zu sein. Da wundert es schon, dass es von den einschlägigen Magazinen wieder Tiefstwertungen hageln dürfte, in denen gleichzeitig aber BRMC-Alben zu Meisterwerken stilisiert werden. Letzteres ist „Pull The Pin“ ganz sicher nicht. Zu stark lässt sich doch die klangliche Nähe zu „Don’t Believe The Truth“ nicht abstreiten. Insgesamt klingt einfach zu viel schon einmal gehört, egal ob nun von den großen Oasis-Brüdern oder den Stereophonics selber.

Dennoch liefert das Album genau das, was die Fans erwarten. Vielleicht überzeugt dieser Rumpel-Brit-Rock niemanden neu, aber mit einer solch treuen Fan-Base nicht nur im Heimat-Staatenbund, sondern auch hierzulande muss der Band sicherlich nicht bang sein. Und wir, die wir die Musik der Band mögen, lassen uns von irgendwelchen Besserwissern eh den Geschmack nicht verderben.

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