Shocking Pinks – Shocking Pinks

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Was uns hier als selbstbetiteltes Debüt-Album der Shocking Pinks (aka Nick Harte, ehemals The Brunettes) verkauft wird, ist eigentlich eine remasterte Zusammenfassung der letzten beiden Werke von Harte, die seinem bei Pitchforkmedia gefeierten Debüt „Dance the Dance Electric“ aus 2004 folgten. Frisch bei James Murphys DFA angekommen, soll also der Rest der Welt ebenfalls an diesen Songs teilhaben.Labels veröffentlicht „Shocking Pinks“ wie schon Prinzhorn Dance Schools „Black Bunker“ in Deutschland (zunächst) nur digital, was im Alter des Materials begründet liegen mag. Dabei hätte das Album – was bei einer digitalen Veröffentlichung schon etwas schwerfällig über die Finger kommt – durchaus die Chance auf vernünftige Verkaufszahlen. Nick Harte fräst sich einmal durch den Indie-Pop der letzten zwanzig Jahre, ohne dabei zu kopieren. So finden sich Anklänge an die großen Heroen Sonic Youth und Sebadoh – oder für die Deutschen ältere Alben von Tocotronic oder The Notwist – ebenso wie an die neuen Helden quer durch das Nerd-Spektrum von Bright Eyes bis !!!.

Suggeriert die Veröffentlichung auf DFA und der Name des Debüts insbesondere eine gewissen Nähe zu letzteren und zu LCD Soundsystem, finden sich die von diesen gepflegten Tanzrhythmen doch eher versteckt. Es dominieren ein klassisch rauer Lärm und verrauschte Melodik. Echte Hymnen eröffnen mit „This Aching Deal“ und „How Am I Not Myself“ das Album, bevor in „Second Hand Girl“ der Noise-Rock das Zepter übernimmt. Erst in „Yes! No!“ findet sich ein disko-punkiger Anklang an James Murphy, noch besser gelingt dies jedoch in „Cutout“. Die Vielseitigkeit der Shocking Pinks belegt endgültig „Smoke Screen“, ein verspielt perkussiver Track.

Über siebzehn Songs legt „Shocking Pinks“ unter Umständen den Grundstein für die Ablösung der immer wieder kehrenden Post-Punk-Revivals. Ab sofort folgen die Alternative-Rock-Wiederbelebungen. Solange das in dieser Qualität erfolgt, ist dagegen definitiv nichts einzuwenden.

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