Robyn – Robyn the album

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Pop. Radio-Pop. Die Art von populärer Musik, die uns jeden Tag zududelt, die mit einem gewissen Einschlag R’n’B oder Black Music. Der Kram, mit dem die musikalischen Geschmacksnerven abgetötet werden. Zwischen Britney, Rihanna und Sugababes. Die Sorte Songs, vor denen wir uns kaum retten können und die nur ganz, ganz selten genauer hinhören lassen. So wie Nelly Furtado oder Justin Timberlake oder Jamelia auf ihrem ersten Album oder aber Madonna.Das ist es, was Robyn auf ihrem mit zweijähriger Verspätung auch in Deutschland erhältlichen Album präsentiert. Aber es ist von der guten Sorte, der Furtado-Timberlake’schen. Jenseits des grimey, elektronischen HipHop Marke Lady Sovereign oder Uffie der Single “Konichiwa Bitches” zeigt “Robyn The Album” das fantastische Verständnis seiner Schöpferin für die Zutaten guten, elektronisch angehauchten Synthie-Pops.

Robyn, der weibliche schwedische Superstar, vor zwölf Jahren ein Top Ten Hit in den USA, eine Liga mit Backstreet Boys oder *NSYNC, also damals. Heute arbeitet sie mit Karin Dreijer Andersson und Olof Dreijer (The Knife), Klas Åhlund (Teddybears Sthlm) und Anders Kleerup (Kleerup). So entsteht ein Album voller vielseitigem, gutem, aber teilweise auch etwas arg gefälligem, vor allem aber durchaus referenzbelastetem Pop. In der schnelllebigen Pop-Welt verzehren zwei Jahre natürlich eine Menge an Eigenheit und Reiz eines Albums. Was 2005 revolutionär geklungen haben dürfte/könnte, haben inzwischen andere (Lady Sov, Teriyaki Boyz, …) schon präsentiert.

Zwei Jahre alt also folgt die Neuauflage des Albums einem eher ungewöhnlichen Spannungsbogen. Mit “Konichiwa Bitches” und dem Teddybears-Cover “Cobrastyle”stehen die offenbar spektakulärsten Tracks direkt am Beginn. Von dort an verringern sich Tempo und Energie der Songs kontinuierlich. Was zunächst überrascht, betont doch auf lange Sicht nur die Qualität der teils sehr ruhigen Pop-Nummern. Lieder oder Tracks, die ohne zu kopieren oder nur sich an Vorbildern zu orientieren, doch vielmals an andere erfolgreiche/gute Pop-Künstler erinnern. “Handle Me” gemahnt an Jamelia, “With Every Heartbeat” liegt in dem weiten Spannungsfeld aus Lisa Stansfield und Annie Lennox, wogegen “Who’s That Girl” zur Königin selbst weist, Madonna.

Die Ungerechtigkeit der Pop-Welt hat Robyns inzwischen viertem Album den Erfolg zwei Jahre vorenthalten, den es verdient. Es mag gezweifelt werden, ob die Qualität dieses Pops sich tatsächlich auch weitflächig durchsetzen wird. Falls nicht, ist folgt sie halt tatsächlich Annie nach und hat die nächste vergessene Pop-Perle geschaffen. Wobei Vergleiche mit Annie nichts weniger als hinken. Egal. Festzustellen bleibt: “Robyn The Album” steht hier in einer Linie mit “Loose” und “Futuresex/Lovesounds”, denen es eigentlich voranging und vor allem in nichts nachsteht.

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