Laurent Garnier, Bugge Wesseltoft – Public Outburst

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Ein elektronisches Live-Album. Laurent Garnier, Meister der elektronischen Vielseitigkeit, unterstützt von Philippe Nadaud (Saxophon), Benjamin Rippert (Piano) und Nu-Jazz-Guru Bugge Wesseltoft bei einigen Live-Auftritten des Jahres 2006. Garnier und Wesseltoft – was zunächst absurd klingen mag – doch hier ist eine Arbeits-Freundschaft gewachsen, und die liefert in Kombination mit Rippert und Nadaud eine unglaubliche Dichte und Vielschichtigkeit elektronischer Jazzmusik, die vielfach näher an Drum’n’Bass oder Techno als am Jazz zu sein scheint, die letzteren aber nie aus dem Auge verliert.

Sieben Tracks voller Intensität plus zwei Videos auf einer Bonus-DVD, die zumeist in die Beine gehen, gelegentlich zum Ausruhen einladen und immer eine musikalische Perfektion dokumentieren, die live so nur sowohl im Jazz als auch in der elektronischen Musik möglich ist. Dies gilt, egal ob es sich um das zurücklehnte Epos „63“, die Jazz D’n’B Hymnen „Butterfly“ und „M Bass“ oder das housige „Controlling The House“ handelt.

Am stärksten dem elektronischen Jazz verbunden zeigen sich die Künstler in „The Battle“, das, zwar ebenfalls stark mit gebrochenen Beats durchsetzt, vor allem wirklich wie ein Kampf erscheint, in dem die einzelnen Solisten und DJ Garnier gegen- und miteinander anspielen. Eine Auseinandersetzung, die dem eigentlichen Albumhöhepunkt „First Reactions“ vorausgeht. Ein Drum’n’Bass-Track, der einen neidisch auf die blicken lässt, die ihn vor ziemlich genau einem Jahr auf der c/o pop in Köln live erlebt haben. Etwas, was sich aufgrund der Videos vom Rock Werchter 06 und Le Pont du Gard zumindest ein wenig nachvollziehen lässt. Der Abschluss von „Public Outburst“ gehört erneut dem Jazz und der zurückgelehnten Electronic. „Barbiturik Blues“ führt uns heraus aus einem Meisterwerk von Live-Album, einer Platte, die alle Stärken eines Studiowerks mit der Faszination eines Live-Auftritts verbindet. Großartig.

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