Belleruche – Turntable Soul Music

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Turntable Soul Music. Gut. Kein Meisterwerk. Aber hochklassig.Eigentlich reicht das für eine Review von Belleruches Debüt-Album, denn der Titel „Turntable Soul Music“ sagt alles, was über die Musik zu berichten wäre: Turntable (DJ Modest), Soul (Sängerin Kathrin DeBoer), Musik (nicht nur Gitarrist Ricky Fabulous). Irgendwo zwischen Morcheeba und Erykah Badu, zwischen dem Turntable Swing eines Kid Koala, amerikanischem Neo-Soul und den Deutschen von Kinderzimmer Productions ordnen sich Belleruche ein.

Die drei Briten präsentieren dabei ein Album ohne Tiefen, aber leider ebenso ohne größere Höhepunkte. Wo das albumeröffnende „Northern Girls“ die Erwartungen ins Unermessliche steigert, bleibt „Minor Swing“ doch der einzige wirklich herausstechende Track. Das kann kein Kritikpunkt sein, dominiert aber doch den Eindruck, den „Turntable Soul Music“ hinterlässt. Dieser eine, alles wegblasende Sample’n’Soul-Hit, dieser alles überragende Übersong „Minor Swing“ mit seinem mitreißenden Arrangement und DeBoers traumhaften Gesang lässt den Rest des Albums neben sich verblassen. Dabei bieten die weiteren zehn Songs genug Qualität, um aus Belleruche eine der großen Hoffnungen europäischer Soulmusik zu machen, bzw. wären Höhepunkte auf jedem durchschnittlichen bis guten Album. Neben diesem Künstler-Debüt erscheinen „Interpretinnen“ wie Joss Stone wie langweilige Kirmes-Sängerinnen.

Soul mit Wärme, Melodie und dem nötigen Groove zum Mitwippen. Von DJ Modest und Ricky Fabulous bizarren DJ meets Gitarre Gigs zu einer Musik, die verzaubert und begeistert. DJ Vadim nennt das „eine Scheibe „funky Soul“ in der Stimmung von Ameries ‚One Thing‘, nur viel besser“. Und Recht hat er. Im Grunde spricht bei Belleruche also nichts gegen den großen Erfolg. Inklusive guter Musik – wie bei Morcheeba zum Höhepunkt ihrer Karriere.

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