Pop Levi – The Return To Form Black Magick Party

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Wo die Glotze gerade DSDS zeigt, ein namentlich nicht bekannter Kandidat sich um Kopf und Kragen trällert und das Publikum sich im vorher einstudierten Wedeln von Neonröhren übt, kommt Pop Levis Album „The Return To Form Black Magick Party“ genau richtig. Schwarze Magie und Party, Drogensumpf und homo-erotische Spielchen. Iggy und David und Ozzy und Marc und James und noch viel mehr finden sich auf Levis erstem Album wieder.
Eine musikalische Zeitreise ist das, und doch lässt es sich nie auf eins festlegen. An der einen Stelle klingt das wie ein unbekannter T. Rex Song, an der anderen wie ein ebensolcher von den Doors und noch wo anders wie ein Relikt aus den Aufnahmen zu „Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“. Wie schon der Soundtrack zur inoffiziellen Verfilmung des Lebens von David und Iggy namens Velvet Goldmine führt das Album eine Musik vor Augen, die in ihrer Vielfalt und ihrer Extravaganz vergessen scheint. Das dieses Album nicht als billige Kopie daherkommt, liegt an der wahnwitzigen Art mit der Pop Levi hier Zitate, Referenzen und scheinbar bekannter Versatzstücke zu einer glamourösen Hochzeitstorte aufschichtet. Aber wie eine zu üppig verzierte Hochzeitstorte eigentlich zu viel von allem beinhaltet, genau so ist es hier. Natürlich ist das alles gut anzuhören, reißt gelegentlich sogar mit, strengt aber eben auch an, siehe Velvet Goldmine einmal mehr. Sowohl die Suche der Art „Wer findet alle Künstler“ als die Musik an sich haben auf Dauer eine ziemlich ermüdende Wirkung.

„The Return To Form Black Magick Party“ gehört zu den Alben, auf denen es schwer fällt Highlights auszumachen, weil eigentlich alle Songs gut sind, die aber gerade aufgrund dieses Mangels an herausstehenden Liedern einen eher zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Jeder einzelne von Pop Levis Tracks wäre ein Highlight auf jedem Mixtape und absolut radio-tauglich in unserer retro-orientierten Zeit, als ganzes aber … Vielleicht ist dieses oberflächlich so auf gute Laune getrimmte Album doch zu konstruiert und verkopft, zu viel gewollt und deshalb eben auch zu viel reingepackt, aber zu wenig erreicht.

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