Kim Frank – Hellblau

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„Hellblau“, Babyblau, Pink, Snoopy. Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Teeniestar, Boulevard-Liebling/-Opfer, Schlagerstar.

Aber spätestens dieser Tage lernt man, man sollte nicht zu viel darauf geben, was andere Menschen, Medien, Dumpfbacken von einem Künstler halten. Polarkreis 18 haben nicht wirklich ein Meisterwerk vorgelegt und wenn Polylux Kim Franks Musik als Schlager bezeichnet, versuchen die Berliner nur ihr eigenes Unverständnis deutschsprachiger Musik in einfach nachvollziehbare Bahnen zu lenken.
Schlager, eine Assoziation, die dennoch verständlich ist. Der Anblick des Covers verleitet zu Michelle oder aber Alexander Klaws und Nevio Assoziationen. Wenn dazu pompös produzierter deutschsprachiger Pop aus den Boxen klingt, wie soll man es sonst nennen. Jedenfalls nicht Schlager. Sondern so, wie der ehemalige Echt-Frontmann es selber nennt, deutschsprachiger Gitarrenpop.

Das ist alles nicht spektakulär, die Kompositionen von Frederik Waldner (ehemals Shine) sind einfach und versuchen klar, dem Hörer das zu bieten, was er mit Kim Franks Stimme verbindet – also seine Ex-Band Echt. Dazu Streicher, Bläser und Orchester, die der Musik einen erwachsenen Charakter geben sollen und Kim Franks Gesang. Wobei dieser das größte Problem sein mag. Wer Echt hasste, wird dieses Album sicher nicht mögen. Wer allerdings im Nachhinein einen masochistischen oder ironischen Gefallen an „Junimond“, „Du Trägst Keine Liebe In Dir“ oder „Weinst Du“ gefunden hat, den wird diese Musik zumindest nicht stören. Natürlich ist es durchaus fraglich, ob ein ganzes Album textlich einer – der – verflossenen Liebe nachtrauern muss, aber zugestehen kann man Kim Frank, er schafft es, seine Geschichten zu formulieren, ohne dass es – übermäßig – peinlich wirkt. Anders gesagt, sein Gebrauch der deutschen Sprache ist deutlich souveräner als bei anderen artverwandten Künstlern.

Und nu? Ja, ohne großen Aufwand wäre es möglich gewesen, sich in einer Rezension ausschließlich mit Echt, Kim Franks Boulevard-Auftritten oder seinem aktuellen Zustand – der wahlweise als „nach den Drogen“ oder instabil oder einfach nur unsicher interpretiert werden mag – aufzuziehen. Aber das sollen andere machen. Hier geht es um die Musik, die nicht schlechter ist als anderes, was dieses Jahr als aufstrebend und toll verkauft wird. Sie ist sicher nichts besonderes, aber wie der Künstler sich freuen wird, werde ich positiv überrascht sein, „Lara“ oder andere Songs im Radioeinerlei zu hören.

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